Hortus Insectorum
Hortus Insectorum

Die fliegenden Edelsteine unter den Insekten!

Schmetterlinge im Garten zu schützen ist nicht einfach, da auf der einen Seite die Anzahl der Falter, die den Weg in den Garten finden, beständig zurückgeht und der Druck durch die Gefährdungsursachen 

  • Zerstörung des Lebensraumes,
  • flächenmäßiger Einsatz von Bioziden,
  • flächenmäßiges Aufdüngen der Landschaft
  • zunehmende Umweltverschmutzung
  • Tod durch Verkehr

kontinuierlich zunimmt.

 

Dennoch oder gerade deswegen ist ein Schutz im Garten

 

möglich und auch notwendig.

Grundsätzlich müssen 5 Punkte in diesem Zusammenhang beachtet und umgesetzt werden

  • Das Anlocken
  • Das Ansiedeln
  • Die Nektarpflanzen
  • Die Raupenfutterpflanzen
  • Schmetterlingssamenmischungen

Nur so bringen eventuelle Maßnahmen Erfolg!

Das Anlocken!

Als der Schmetterlingsmagnet schlechthin gilt die Budleja, mehr zu dieser nicht einheimischen Pflanze finden Sie

 

hier!!!!!!

 

Der Schwalbenschwanz trinkt hier aber seinen Nektar am Blutweiderich, einer sehr wertvollen Pflanze der nassen Böden!

Die wichtigsten Nektarpflanzen im Kulturgarten sind im

  • Frühjahr (Winterling, Schneeheide, Krokus, Primeln, Anemonen)
  • Sommer (Tagetes, Mondviole, Bartnelke, Bienenfreund, Levkoje, Spornblume, Phlox, Lavendel, Rudbeckie)
  • Herbst (Sonnenblume, Fetthenne, Astern)

Mit gefüllten Blüten sind alle aufgezählten Blumen wertlos, da ohne Nektar und Pollen.

 

Mit dieser Blütenpracht lockt man leider neben dem Kohlweißling vorwiegend nur unsere 4 häufigsten Tagfalter an:

Das Ansiedeln!

Andere und seltene Arten brauchen einheimische Nektarpflanzen im Naturgarten um sich anlocken zu lassen

  • Frühling (Hohler Lerchensporn, Huflattich, Blaustern, Schlüsselblume, Johannis- und Stachelbeeren, Salweide)
  • Sommer (Margerite, Esparsette, Flockenblume, Luzerne, Dost, Greiskraut, Heilziest, Kamille, Wilde Karde, alle Disteln)
  • Herbst (Gewöhnliche Goldrute, Herbstzeitlose, Rainfarn, Kalkaster, Heidekraut)

Mit dem Anlocken alleine ist noch kein Schmetterling geschützt worden, der nächste Schritt ist

Dazu brauchen wir die Raupenfutterpflanzen, bei den 4 oben gezeigten Tagfaltern ist das einfach immer die gleiche, nämlich die Brennnessel.

 

Bei allen anderen Schmetterlingen können das unterschiedliche Blumen, Kräuter, aber auch Gräser und Sträucher sein. Für jeden gewünschten Falter muss die geeignete Kombination von bevorzugten Nektarpflanzen und Raupenfutterpflanzen auf engen Raum in ausreichendem Maße vorhanden sein. Am leichtesten lassen sich diese Anforderungen durch ein magere Blumenwiese, eine einheimische Hecke und grossflächigen Steingartenanlagen realisieren. Pflanzenlisten finden Sie bei den Zentralen und den beschriebenen Pflanzengruppen.

 

Wie Steingartenflächen überall, solange die Sonne hinscheint, einfach realisiert werden können, erfahren und sehen Sie in einer Schritt für Schritt Anleitung

 

hier!!!!!!

Wenn Sie dann die Steingartenflächen mit den richtigen Pflanzen im Garten haben, siedeln sich andere seltene Schmetterlinge an, solange sie in der Umgebung überhaupt noch vorkommen, wie zum Beispiel...

 

Für 2 Schmetterlingsarten möchte ich beispielhaft die beiden Pflanzengruppen angeben. Alle Pflanzen sollen ausreichend vorhanden sein und einen freien sonnigen Stand haben. Steintürme in der Nähe zum Aufwärmen der Falter sind nie verkehrt.

Pflanzenlisten für ausgesuchte Schmetterlinge

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Klein und edel!

Die gemeinen Bläulinge!

 

Nektarpflanzen:

Dost, Skabiose, Feldthymian, versch. Disteln, versch. Kleearten

 

Raupenfutterpflanzen:

Wundklee, Gemeiner Hornklee, Hufeisenklee, Kronwicke

Rasant schnell!

Die gemeinen Dickkopffalter!

 

Nektarpflanzen:

Dost, Skabiose, Feldthymian, versch. Disteln, versch. Kleearten

 

Raupenfutterpflanzen:

Schafschwingel, Fiederzwenke, Knäuelgras, Pfeifengras

Welche Mischung soll ich nehmen?

Immer wieder werden Samenmischungen verkauft, die mit dem Präfix Schmetterling für den Schutz dieser Insektengruppe Werbung machen.

 

Was ist davon  zu halten?

 

In Deutschland gibt es ca. 175 verschiedene Tagfalter und ca. 3000 verschiedene Nachtfalter mit sehr unterschiedlichen Ansprüchen an ihre Nektarpflanzen auf der einen und ihren Raupenfutterpflanzen auf der anderen Seite.

Eine beliebige Samenmischung kann schon aus diesem Grund nicht alle Schmetterlinge bedienen, weil einfach die Vielfalt der notwendigen Pflanzen zu groß ist und neben Blumen und Kräutern auch Gräser und Sträucher umfassen müsste.

So fressen die Raupen aller Augen-  und Dickkopffalter ausschließlich an ganz speziellen Gräsern, die in den gängigen Mischungen gar nicht berücksichtigt oder erwünscht sind.

 

Was ist also zu tun?

 

Eine Samenmischung macht erst dann Sinn, wenn sie auf einen speziellen Schmetterling oder eine spezielle in ihren Ansprüchen recht einheitliche Schmetterlingsgruppe ausgerichtet ist.  Außerdem muss die Samenmischung zu dem verwendeten Substrat passen. Alle enthaltenen Samen müssen auf dem angestrebten Standort gedeihen können.

So wird das Aussähen von feuchteliebenden Wiesenschaumkraut in einem trockenen Steingarten schon von Anfang an scheitern um  etwa den dazu passenden Aurorafalter zu fördern.

Ich habe verschiedene Samenmischungen entwickelt und erprobt, die die Schmetterlinge der trockenen, sonnigen Lagen ansiedeln helfen können.

Jede Mischung sollte die Samen der bevorzugten Nektar- und  Raupenfutterpflanzen enthalten. Eine Auslese der Pflanzen ist auch nach Schönheit und dem kontrollierbaren Wuchsverhalten vorzunehmen. So ergibt sich je nach Schmetterlingsart eine Mischung, die aus 6 bis 8 verschiedenen Samen besteht, die an dem gleichen Standort gedeihen können. Das Mischungsverhältnis der Samen muss außerdem so ausgerichtet sein, dass es mehr Nektarpflanzen gegenüber den Raupenfutterpflanzen gibt um erst einmal die Schmetterlinge anzulocken und dann zum Eierlegen zu bewegen.

Alle Pflanzen sollen nicht dicht zueinander stehen und viel Raum von vegetationslosen Flächen ermöglichen, erst so kommt genügend Licht, Sonne und Wärme an die Pflanzen um ein Paradies für Raupen und Schmetterlinge zu schaffen.

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Augustinus Aurelius

 

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