Reisen als "Erfahrung" der Welt
Natur als Vorbild!Grundlage allen Schaffens ist die Motivation. Mein Antrieb ist echte Verbundenheit zur Natur. Aus der Vielzahl intensiver Reiseerlebnisse heraus (da kommen gut und gerne 7 Jahre zusammen), fühle ich mich zu einer Wiedergutmachung an der unglaublichen Vielfalt des Lebens verpflichtet.
Das Ergebnis dieser Überlegungen und meiner Motivation kann nur ein Naturgarten sein...
in einer besonderen Dimension...;-)
Für Fotos von intensiven Reiseerlebnissen klicken Sie einfach in die Länder links!!!
Die Freude am Leben äußert sich immer wieder durch spontane Kopfstände, das Blut kann in abgelegene Regionen vordringen und Kreativität und Neugierde werden gefördert. Hilft immer, ob daheim oder auf Reisen, in Not und sonstigen Befindlichkeiten.
Regelmäßig stellt man mir die Frage:
Warum legen Sie den Hortus Insectorum, einen Garten für Schmetterlinge und Wildbienen an? Woher nehmen Sie die Energie zum Pflanzen, Sähen und Steine schleppen?
Die Antwort ist einfach und hängt mit meinen besonderen, tiefgründigen und ganz persönlichen Erfahrungen zusammen.
Als Kind war mir schon eine ehrliche Neugierde auf die mich umgebenden Tiere und Pflanzen eigen. Meine Mutter, sollte sie einmal Ruhe haben wollen, konnte mich einfach neben einen Ameisenhaufen setzen, ich war ruhig und beobachtete und berührte vorsichtig die emsigen Tiere. Diese Neugierde ließ mich nie mehr wieder los. Ich träumte von fernen Ländern und erfülltem Forscherdrang. Seit meiner Kindheit habe ich an diesem Traum gearbeitet, etliche kleinere Reisen führen Schritt für Schritt zur Realisierung eines Traumes. Dann endlich ist es soweit:
Die große Reise
Die gesamte Panamericana, eine Traumstraße der Welt, mit dem Fahrrad. Im November 2000 geht es los, ich bin 32 Jahre alt. Meine Frau begleitet mich.
Start am Ende der Welt!4 oder 5 Stunden vor der Landung in Ushuaia, der südlichsten Stadt, sieht man aus dem Fenster des Fliegers nur gelbe Steppe, Patagonien, schön gezeichnet und marmoriert durch ausgetrocknete Flussläufe. Der Wind und die Einsamkeit durch die sich zunächst die Ruta 40 zieht, bis es endlich grün wird und die argentinische Pampa beginnt, bleiben unsichtbar. Mit einem Rad ist das anders, alles ist reduziert, nichts lenkt ab. Da ist nur der Schotter, der Wind und die Weite. Viel Zeit zum Nachdenken, viel Zeit für sich Selbst. Die Einheimischen sprechen von drei Möglichkeiten:
a) verrückt werden
b) den Horizont bejubeln
c) das Kleine entdecken,
um hier überleben zu können. Eine wichtige Lektion lernen wir also ganz am Anfang, den Blick schärfen für das Kleine, das vermeintlich Unbedeutende.
Diese neue Erkenntnis begleitet uns die ganze Reise über und schärft unsere Sinne. Wir wollen lernen über uns und die Welt um uns. Und wir fühlen es zunächst selten, dann immer wieder und heute ganz klar:
Wir sind Teil dieser unendlich vernetzten Welt
Gewaltige Naturwunder sind zu sehen, einmalige Kulturgüter zu bestaunen, unbekannte Tiere und Pflanzen begegnen uns, wir lernen, was Gastfreundschaft und sauberes Trinkwasser heißt…
Inmitten von Gewaltigkeit
FlaschenbaumEine warme Dusche wird zum hohen Gut, wir werden anspruchslos und demütig, loten unsere Grenzen aus und überschreiten sie gelegentlich…
Aber wir sehen auch Gewalt und Armut, Megastädte ins Endlose wuchern, Wälder brennen, Monokulturen und Massentierhaltung, verpestete Flüsse und das verschmutzte Meer. Tiere werden gejagt und getötet, Maschinen machen nieder und planieren ein, Regenzeiten bleiben aus und die Gletscher schmelzen, Müll stinkt zum Himmel und der Profit regiert die Welt…kurzum Zerstörung der Vielfalt und Natur
überall!
Nach über 2,5 Jahren und fast 42000 km mit dem Rad, nach der Durchquerung von Chile, Argentinien, Uruguay, Paraguay, Bolivien, Peru, Brasilien, Venezuela, Kolumbien, Panama, Costa Rica, Honduras, Nicaragua, Guatemala, Mexiko, USA und Kanada erreichen wir im Sommer 2003, ein paar Tage nach meinem 35 Geburtstag unser Ziel:
Inuvik,
eine der nördlichsten Siedlungen der Welt!
Wie fühlt man sich, wenn man schließlich ans Ziel kommt? Mehr über die letzte Etappe
hier!!!!!!
Am Ziel nach 2,5 Jahren!
Zunächst habe ich mir einen Traum erfüllt!
Wie oft standen wir inmitten von unglaublicher und gewaltiger Schönheit und hatten Tränen des Glücks in den Augen?
Wie oft standen wir inmitten von Zerstörung und hatten Tränen der Trauer und des Schmerzes geweint?
Aus diesen sehr persönlichen und tiefen Erfahrungen schöpfe ich die Energie weiter zu machen und einen neuen Traum zu realisieren.
Der Hortus Insectorum
Ein ökologischer Garten, die praktische Umsetzung meiner Lebenserfahrung. Ich bin heute 43 Jahre und möchte eine Arche Noah schaffen für Tiere und Pflanzen unserer Heimat.
Verantwortung übernehmen durch eigenes Handeln
Viele neue Bewohner machen mir Mut und bestätigen meinen eingeschlagenen Weg.
HummelschwärmerWenn ich einen Schmetterling sehe oder neuen Insekten, die jetzt durch mein Schaffen und Gestalten einen neuen Lebensraum bekommen haben, fühle ich mich wieder irgendwie auf Reisen, in gewaltiger Natur, als ein Entdecker der Schöpfung und habe das Gefühl etwas, auch wenn es global gesehen nur ganz wenig ist, zurückgeben zu können für die unglaublichen Eindrücke meines Lebens. Aktiv etwas zu erreichen ist allemal besser als nur immer zu reden. Tieren unmittelbar zu begegnen oder sich nur an der Macht der Farben und Schönheit von Blüten zu freuen ist Quelle der Kraft und Inspiration zugleich.
HerbstzeitloseFür Visionen und den Erhalt der Vielfalt zu kämpfen ist es nie zu spät. Einen Baum zu fällen dauert nur eine halbe Stunde, zum Wachsen braucht er Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte! Für viele Pflanzen und Tiere wird die Zeit knapp und knapper. Das Artensterben hat heute eine unglaubliche Geschwindigkeit erreicht und vieles wird in wenigen Jahrzehnten unwiederbringlich verloren sein. Ich bin ein Teil dieses feingewebten Netzes des Lebens und möchte helfen Fäden zu spinnen anstatt sie zu zerstören. Das ist für mich die einfachste Form
Hortus Insectorum



