Geschenkidee oder Naturgartenbeginn!
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Vielzahl an Materialien!In den letzten Jahren sind der Bau und das Aufstellen von Insektennisthilfen so richtig in Mode gekommen. Obst- und Gartenbauvereine, Schulklassen und Jugendgruppen werkeln fleißig und freuen sich über die ansteckende Begeisterung und das große Interesse bei den gemeinsamen Aktionen.
Die Verwendung der richtigen Materialien hat sich mittlerweile meist herumgesprochen, auch wenn man immer wieder falsch errichtete Nisthilfen sehen kann. Diese werden dann von anderen Interessierten einfach wieder mit den gleichen Fehlern kopiert. Und haben dann bis auf einen gestalterischen Aspekt kaum einen ökologischen Nutzen für die gewünschten blütenbestäubenden Insekten.
Warum der Begriff Insektenhotel irreführend ist!
Bei genauerer ökologischer Betrachtung wird man erkennen, daß ein Insektenhotel keine Aufenthaltsmöglichkeit der Insekten für ein paar Tage oder Wochen ist, sondern das ganze Jahr über von Wildbienen und Solitärwespen bewohnt wird und neben den passenden Blüten eine zentrale Rolle im Lebenszyklus einnimmt.
Da andere Insekten ein Insektenhotel kaum benutzen (wie Marienkäfer, Ohrenzwicker, Florfliegen, Schmetterlinge usw.) sollten wir von Nisthilfen für Wildbienen sprechen und den Begriff Insektenhotel vermeiden.
Das Mindeste!Brauchen wir denn eigentlich Nisthilfen? Früher hat es die ja auch nicht gegeben, oder? ...Diese Frage wird sich schon manch einer gestellt haben und keine vernünftige Antwort bekommen haben.
In der heutigen Zeit müssen wir leider sagen:
JA! …Wir brauchen sie!
Denn die Nistplätze, die wir künstlich erschaffen, zerstören wir andernorts nur zu bereitwillig. Morsche Äste oder alte, nicht mehr richtig tragende Bäume mit natürlichen Käferbohrlöchern in Streuobstwiesen und Gärten werden zersägt, entfernt und schließlich verbrannt. Alte Mauern mit natürlichen Lehmstrukturen werden verputzt und oft mit einem giftigen Anstrich versehen, sandige Wege und offene Bodenstellen werden gepflastert und verfestigt, Hochstaudenfluren mit hohlen Stengeln werden gemäht und oft als „Wilde Ecken“ komplett entfernt.
Kreativ und schön!Dies Alles geschieht aus Unwissenheit und übertriebener Ordnungsliebe im Rahmen von Aktionen wie
„Unser Dorf soll schöner werden“.
Hier ist unbedingt ein Umdenken notwendig. Die natürlichen Zusammenhänge sind komplexer als sie zunächst erscheinen, aber ungemein spannend, wenn man sich intensiver damit auseinandersetzt. Neugierig sein und Fragen stellen ist der richtige Weg um mehr über die Natur zu lernen. Welche Nektarpflanzen werden von den Bienen überhaupt angeflogen? Welche Blumen gibt es denn eigentlich in der Umgebung und kann ich sie auch benennen? Wie kann ich eine Blumenwiese anpflanzen?
Nektar und Pollen ganz nah!
Totholz ist wertvoll!Eine selbstgebaute Nisthilfe, welche gut von Wildbienen angenommen wird, darf uns zu Recht mit Stolz erfüllen, aber macht uns auf der anderen Seite auch deutlich wie groß die Not an natürlichen Nistplätzen ist.
Ein Insektenhotel, welches nicht angenommen wird, ist entweder falsch errichtet oder in der Umgebung fehlen die Blüten. Oft ist es sogar eine Kombination aus beiden Aspekten...;-(
Wenn man sich intensiv mit der Thematik beschäftigt, kann man spektakuläre Ergebnisse erzielen, wie dieser Film zeigt:
Hortus Insectorum



